Benigne familiäre juvenile Epilepsie beim Lagotto Romagnolo (BFJE)

 

Die Benigne familiäre juvenile Epilepsie beim Lagotto Romagnolo ist eine Form von Epilepsie, die speziell bei dieser Hundrasse auftritt. JE beim Lagotto Romagnolo ist eine neu identifizierte Erkrankung, zu der ein erster Bericht im Jahr 2002 verfügbar war. Das die Erkrankung verursachende Gen wurde im Jahr 2007 im Rahmen einer Untersuchung an der Universität von Helsinki festgestellt.

Merkmale und Symptome

Erste klinische Symptome von Benigner familiärer juveniler Epilepsie treten im Alter von 5 bis 9 Wochen auf. Symptome sind Anfälle, die von Zittern am ganzen Körper (alle Gliedmaßen, Körper und Kopf), Ataxie und Steifheit gekennzeichnet sind. Die Anfälle können jederzeit im Tagesverlauf auftreten: Beim Schlafen oder beim Spielen bzw. bei körperlicher Aktivität. Die Frequenz der Anfälle kann unter den Welpen variieren, die Anfälle können täglich oder wöchentlich auftreten. Die Länge der Anfälle variiert zwischen wenigen Sekunden bis zu einigen Minuten. Die meisten Welpen scheinen während der Anfälle bei Bewusstsein zu sein, einige sind sogar in der Lage, zu laufen oder zu fressen, während sie einen Anfall erleiden. Einige Besitzer berichten, dass Symptome der Benignen familiären juvenilen Epilepsie im ausgewachsenen Alter des Hundes auftreten, d.h. im Alter von 1 Jahr, 2 Jahren und älter, ohne vorhergehende Symptome im Welpenalter. Züchter berichten, dass alle Elterntiere der betroffenen Welpen phänotypisch normal waren. Körperliche Untersuchung der betroffenen Welpen ergaben keinerlei Auffälligkeiten.

Genetik

Die Benigne familiäre juvenile Epilepsie beim Lagotto Romagnolo (BFJE) wird von einer Punktmutation im LGI2-Gen verursacht. Forschungen ergaben einen hohen Prozentanteil betroffener Genträger. Die Forschung umfasste 576 Lagotto Romagnolo aus verschiedenen Ländern, die Trägerrate lag bei 32 %.

BFJE beim Lagotto Romagnolo wird autosomal-rezessiv vererbt. Zeigen sich BFJE-Symptome, sind die gesunden Eltern der betroffenen Jungen obligat heterozygot und tragen somit ein mutiertes Allel. Der Hund kann gesund, Träger oder betroffen sein. Träger des Gens sind heterozygot und entwickeln keine Krankheitssymptome. JE Trägerhunde dürfen nur mit JE freinen Hunden verpaart werden

 

 

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© Bettina Steinhauer

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